Friedhofsgemeinde


Die Friedhofsgemeinde Nienhagen e.V., ein Verein mit Geschichte

 

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner, liebe Mitglieder,

 

die Friedhofsgemeinde Nienhagen e.V. (früher Totenhofsverein) wurde bereits 1905 gegründet. Aber, wie aus der Inschrift auf dem Eingangspfeiler zum alten, denkmalgeschützten Friedhof zu erkennen ist, besteht der Friedhof in Nienhagen bereits seit 1844.

 

Vor 1844 mussten die Nienhagener "auch die Leichen Verstorbener aus Pivitsheide V.H., wie immer es sich auch zutrug, nach Heiden transportieren", da Nienhagen zum Kirchspiel Heiden gehörte. Die Nienhagener waren dazu verpflichtet, weil die Nienhagener Bauern Weiderechte in Pivitsheide V.H. besaßen. Da zu dem Kirchspiel Heiden aber auch die Orte Hedderhagen, Heßloh, Niewald, Hardissen, Bentrup, Klüt, Orbke und Nienhagen gehörten, waren die Kapazitäten auf dem Friedhof Heiden erschöpft.

 

So wurde 1844 in Nienhagen nach - heute würde man sagen "advokatischen Winkelzügen" - ein Gelände für einen Friedhof in Nienhagen ausgewiesen, zu dem dann auch die Orte Pivitsheide V.H. und Orbke gehörten. Wobei die Verwaltung ausschließlich in der Hand des jeweiligen Vorstehers (damals hießen sie noch "Colone") von Nienhagen lag. In Pivitsheide V.H. wurde dann 1853 aufgrund der zunehmenden Bevölkerungsdichte ein eigener Totenhof angelegt.

 

Bereits 1904 wurde nach Antrag an das "Fürstliche Verwaltungsamt" ein neuer Friedhof in Nienhagen angelegt, da der bestehende Friedhof aufgrund einer  Epidemie (mündl. überliefert) voll besetzt war und als geschlossen erklärt werden musste. Dazu gibt es schriftliche Überlieferungen über Kaufverträge mit dem Bauern Windmeier, der damals für nur 3.200 Reichsmark das Gelände zur Verfügung stellte und dann auch die Geschäfte der Totenhofsverwaltung übernahm.

 

Am 26.05.1905 verabschiedeten die Nienhagener und Orbker Kolonats- und Stättebesitzer die Satzung der kommunalen Totenhofsgemeinde. Ihr gehörten sämtliche Grundeigentümer der beiden Ortschaften automatisch an. Alle Einwohner mit christlichem Bekenntnis besaßen ein Beerdigungsrecht. Damals war die Beisetzung für Höfe- und Stättenbesitzer und deren Angehörige nach einer einmaligen Beitragszahlung kostenlos, während alle anderen Gebühren bezahlen mussten.

 

1920 hat die Gemeinde Jerxen-Orbke einen eigenen Friedhof angelegt. Allerdings gibt es immer noch Vereinsmitglieder, die Grabstätten in Nienhagen unterhalten, aber aus Orbke oder Heiden stammen.

 

Interessant ist sicherlich auch die Tatsache, dass die Mitgliedschaft in alter Tradition auf die Nachkommen vererbt wurde. In diesem Schreiben sind nur Auszüge aus schriftlichen Überlieferungen zu Papier gebracht worden. Möchten Sie weitere Informationen zur Historie haben, können Sie genauere Ausführungen zur Geschichte von Nienhagen, Heiden oder Pivitsheide finden in:

Hans Hüls, "Heiden in Lippe", Detmold 1974

Werner Hüttemann, "Chronik der ehem. Gemeinde Pivitsheide V.H." Detmold 1987


Auf Nachfrage würden wir Ihnen auch eine kleine Chronik (Fotokopie) zusenden. 


 

Inzwischen hat sich einiges verändert

Nach der gültigen Satzung der Friedhofsgemeinde Nienhagen e.V. kann Mitglied werden:

  • Jede natürliche Person, die das 18. Lebensjahr vollendet hat.
  • Person, die seit mindestens 5 Jahren ihren Hauptwohnsitz in Detmold- Nienhagen hat.
  • Person/ en, die Grundeigentümer in Detmold- Nienhagen ist/ sind.

Dieses schließt die Mitgliedschaft von Ehepartnerinnen, Ehepartnern, Lebensgefährtinnen und Lebensgefährten sowie Kindern ein. (ohne Stimmrecht)

 

Die Beitrittsgebühr beträgt einmalig 30,- €.

 

Die Beiträge werden ausschließlich zur Unterhaltung und Pflege der Friedhöfe sowie der Kapelle genutzt. Grabstätten sind von den Eignern in Ordnung zu halten und werden nicht vom Verein gepflegt.

 

Das heißt auch, dass der Verein die auf dem seit 1991 unter Denkmalschutz gestellten, alten Friedhof vorhandenen alten Grabmale nicht restaurieren darf, sondern dass die noch lebenden Nachfahren für die bestehenden Gräber verantwortlich sind. Die Denkmalbehörde gibt aber auf Antrag und Prüfung Zuschüsse.

 

Auch eine anonyme oder teilanonyme Bestattung von Urnen ist möglich. Auf einer Freifläche neben einer alten Linde und der Heckenbegrenzung Richtung Süden ist eine Rasenfläche vorgesehen, auf der Urnenbestattungen stattfinden können, ohne dass individuelle Bestattungsplätze erkennbar sind.

 

Als Gedenkstätte sind drei Stelen aus Schieferstein in einer der ländlichen Umgebung angepassten Anlage aufgestellt worden. Dort können anlässlich einer Totenfeier kurzfristig Trauergrüße in Form von Kränzen oder Sträußen niedergelegt werden.

 

Es wird auf Wunsch die Möglichkeit gestattet, eine Metalltafel mit dem Namen der/ des Verstorbenen an den Stelen anzubringen. (Größe und Ausführung müssen mit dem Vorstand abgestimmt werden.

 

Wir denken, dass auch diese Form der Beisetzung in unserem beschaulichen Nienhagen eine schöne Möglichkeit der "letzten Ruhestätte" ist und eine Berechtigung haben sollte. Die Möglichkeit einer pflegeleichten Rasen-bestattung ist ebenfalls gegeben. Besuchen Sie doch in Ihrer Freizeit einmal beide Friedhöfe. Genießen Sie die Ruhe und lassen Sie sich beeindrucken!

 

Gepflegt, gewartet und verwaltet werden die Friedhöfe und die Kapelle vom Verein. Die Friedhöfe sind im Gegensatz zu anderen Friedhöfen keine kommunale Liegenschaften sondern Eigentum des Vereins.

 

Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich ohne Inanspruchnahme von Zuwendungen. Der Verein ist im Vereinsregister des Amtsgerichts Detmold unter VR 307 eingetragen.

Spenden sind willkommen. Spendenquittungen können ausgestellt werden.

 

Vorstand der Friedhofsgemeinde Nienhagen e.V.


Vorstand: Herbert Helweg, Gabriele Schnieder, Richard Koch, Reinhard Dammann

Postanschrift: Steinbrink 6, 32758 Detmold, Email: friedhofsgemeinde-Nienhagen@hschnieder.de